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Auf den Zielgeraden läuft der germanische Kreisliga A – Offensivmotor noch einmal richtig heiß. Allerdings reichte es im abschließenden Saisonheimspiel gegen Hellas Darmstadt nicht zum vierten Sieg aus den jüngsten fünf Partien, weil der Rasensportverein in der Schlussphase einen 4:2-Vorsprung verschenkte und sich mit einem 4:4 zufrieden geben musste.

 

„Vorne hui und hinten pfui“: Das nächste eher ungewöhnliche Ergebnis dient praktisch als Spiegelbild der gesamten Runde. Vor dem endgültig die Spielzeit zu den Akten legenden  Auswärtsmatch versenkten die Germanen insgesamt 78mal die Kugel im gegnerischen Kasten, während die Überschreitung der dreistelligen Gegentorschallmauer nun blau auf weiß bilanziert ist. Ein Löwenanteil an jener negativen Statistik geht auf das Konto des griechischen Gastes, der mit der Hinspieladdition für jeden Treffer ins RSV-Gehäuse theoretisch ein Dutzend Ouzos verkonsumieren dürfte.

 

Ausgerechnet gegen die Hellenen demonstrierten die Germanen erneut, dass ihr Torhunger derzeit nicht gerade spartanische Züge aufweist. Bereits in der vierten Minute servierte Michael Azevedo seinem Attackepartner Marc Perchner eine Portion Tsatsiki, worauf der demnächst vom Grünen Steg an den Woog wechselnde Goalgetter die Vorspeise veredelte und früh den gordischen Knoten löste. Zehn Minuten später konnte Yusuf Mutunga durch Einschlag Nummer Hundert zwar den Score pari stellen, doch Perchner kannte keine Gnade mit seinem künftigen Fußballbrötchengeber und schraubte per Doppelpack zum 3:1 die persönliche Saisonquote auf eindrucksvolle 29 Einlochungen.  

 

Ein strammer Schuss von Georgios Karipidis ins lange Eck sorgte noch vor der Pause für die Verkürzungsmaßnahme. Der muntere Reigen erreichte zwar nicht ganz das Niveau des am Abend zuvor ausgetragenen Champions League – Endspiels, doch zumindest der Spannungsbogen war bis dato ähnlich gestrickt.      

 

Ob im Lauf der Halbzeitkonferenzen zuviel griechischer Wein aus dem Blut der Erde in den Vorstadtkabinen kredenzt wurde, ist nicht überliefert. Auf jeden Fall ebbten die Sturm und Drang – Bemühungen zur Ouvertüre des zweiten Abschnitts hüben wie drüben rapide ab. Erst ein couragierter Flankenlauf Choynowskis überlistete das griechische Verteidigungsbollwerk. Michael Azevedo veredelte die Hereingabe des Flügelflitzers zum scheinbar vorentscheidenden 4:2.

 

Danach biss sich Hellas beim Versuch, eine Reaktion zu offerieren, am germanischen Beton die Zähne aus. Prinzipiell deutete das Orakel von Delphi uneingeschränkt auf eine relativ problemlose Verbuchung von drei Punkten hin. Allerdings können Griechen immer auf ihren aus der Asche entsprungenen Joker Phönix zurückgreifen. In der absoluten Schlussperiode ließ sich das heimische Ensemble vom Sirenengesang der Gäste bezirzen respektive aus der Reserve locken, was Hellas zum Tanz des letzten Sirtaki einlud.

 

Die Double-Rolle von Anthony Quinn alias Alexis Sorbas teilten sich Kiriakos Karras und Georgios Karipidis. Binnen sechzig Sekunden meisterte das griechische Tandem seine Herkulesaufgabe, den Zweitorerückstand noch in ein Unentschieden umzumünzen, und bestrafte schonungslos die unmittelbar vor dem Abpfiff einsetzende germanische Odysseeirrfahrt.

 

Aufstellung: Lembke, Güclüdal (52. Macalin), Morris, Alkan, Schalamon, Ylitalo, C. Azevedo, Aldibo (70. Neziraj), Choynowski, M. Azevedo, Perchner (60. Al Hadid)

Tore: 1:0 Perchner 4: 1:1 Mutunga 15. 2:1, 3:1 Perchner 22., 28. 3:2 Karipidis 32. 4:2 M. Azevedo 66. 4:3 K. Karras 89. 4:4 Karipidis 90.

Schiedsrichter: Nicolay Hörr

Gelbe Karten: Güclüdal, Alkan  

 

Jeweils in der Fremde performen die Germanen am kommenden Samstag (04.06.) ihre Kehrausvorstellungen von der Spielzeit 21/22. Hierfür lautet die Gretchenfrage: Peter Alexander oder Tony Marshall? Ab 12Uhr30 als Gast des neuen Kreisliga C – Meisters SV Erzhausen II („1-B“-Mannschaft) sowie ab 15Uhr30 beim FC Ober-Ramstadt (Kreisliga A – Team) werden die Blau-Weißen musikalisch untermalen, ob man das jeweilige Saisonfinale eher dezent („Sag beim Abschied leise Servus“) oder doch noch einmal markant („Heute hau´n wir auf die Pauke“) über die Bühne bringt.