Aktuelles

„Zumindest nicht zweistellig“: Kurz nach dem erlösenden Abpfiff half den geplagten Fans des RSV Germania 03 lediglich noch eine Prise Galgenhumor respektive die eine oder andere Kaltschale auf der Kerb. Am Kirchweihsonntag wurde das Kreisliga A – Team im eigenen Wohnzimmer von Türk Gücü Darmstadt vorgeführt, was das ernüchternde 1:9 schonungslos wiederspiegelt.

 

Somit konnte Ex-RSV-Spieler Aydin Kurt auch bei seiner zweiten Dienstreise als Türk Gücü – Trainer in seine alte Heimat einen Kantersieg feiern (vergangene Saison 7:0). Der Hausherr war ohne seinen Übungsleiter Bilal Dag (weilte zur Hochzeit seiner Schwester in der Türkei) dem Aufstiegsanwärter in allen Belangen unterlegen und ließ ab dem 1:2-Rückstand jegliche Wettbewerbsfähigkeit vermissen, was natürlich auch den minimierten Personalmöglichkeiten geschuldet war. Von einem Erfolgserlebnis bewegten sich die Germanen so weit entfernt wie Hammerfest vom Orinoco-Delta.

 

Bis zur 36. Minute konnten die heimischen Zuschauer noch auf eine ausgeglichene bzw. spannende Angelegenheit hoffen. Türk Gücü glückte zwar früh die Führung, doch der blau-weiße Kader hielt im Rahmen seiner Möglichkeiten dagegen und durfte sogar den Ausgleich bejubeln. Nach einem Freistoß patzte Keeper Mustafan Özkan und lud dadurch Hussein Ibo zum Abstauberunterricht ein. Aus zwei Metern drückte der Stürmer den ungenügend abgewehrten Ball über die Linie.

 

360 Sekunden darauf erhielt der Rasensportverein in ähnlicher Position erneut einen Freistoß zugesprochen. Jener verwandelte sich allerdings in einen Bumerang. Diesmal fing Türk Gücü die Kugel sicher ab und blies gegen die zu weit aufgrückte und deshalb unsortierte Germanenabwehr zur Konterattacke, welche Crusch Hamidiar zum 1:2 verwertete. Der zweite Dämpfer brach dem Platzhirsch das sportliche Genick. Wiederum Hamidiar und Kalic stellten den Score noch vor der Pause auf ein vorentscheidendes 1:4.

 

Alle guten Vorsätze für die finale Hälfte wurden mit dem 1:5 rasch ad acta gelegt. Die spielstarken Gäste durften danach quasi schalten und walten, wie sie wollten, weil die defensive Paroli sich mehr oder weniger in Wohlgefallen auflöste. Michael Azevedo bot sich noch eine Chance zur Kosmetik, als er Goalie Özkan zu einer Glanzparade zwang. Ansonsten ähnelte das ungleiche Duell nach dem Seitenwechsel einem Saisonvorbereitungsmatch des FC Schalke 04 beim DSC Wanne-Eickel. Türk Gücü gab sich mit den drei restlichen Nadelstichen zum 1:9 zufrieden, womit Aydin Kurt der zur Halbzeit getätigten Aufforderung, nicht mit einem zweistelligen Ergebnis den Grünen Steg zu verlassen, aus „alter Solidarität“ Folge leistete.

 

Die Germania durchläuft momentan fraglos eine überaus schwierige Phase (zuletzt drei Niederlagen und dabei zwanzig Gegentreffer kassiert!). Bleibt zu hoffen, dass man sich trotz der  Güteklasse der nächsten beiden Herausforderer (ebenfalls Spitzenteams) am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen kann.

 

Aufstellung: Daldal, Alkan (46. Sidibe), Babaei, C. Azevedo, Camara, Obanaamar, Kaddouri, Ibo, Kalai, Ariif (46. Al Hadid), M. Azevedo

Tore: 0:1 Bilgin 12. 1:1 Ibo 32. 1:2, 1:3 Hamidiar 36., 39. 1:4 Kalic 44. 1:5 Bilgin 49. 1:6 Aghoulad 66. 1:7 Kalic 75. 1:8 Özbak 83. 1:9 Hamidiar 89.

Schiedsrichter: Tim Schnellbacher / Lörzenbach

Gelbe Karten: Babaei, Camara / Aghoulad

 

Die zweite hohe englische Wochenhürde ist für den RSV Germania am Donnerstagabend (15.09.) aufgestellt. Um 19Uhr30 gastiert mit Kreisligaoberabsteiger KSG Brandau einer der großen Aufstiegsaspiranten am Grünen Steg, ehe am Sonntag (18.09.) die Aufgabe bei Viktoria Griesheim II das siebentägige Herkulesprogramm abrundet (Kick-off 13Uhr am Hegelsberg). Die bis zum 25.09. spielfreie zweite Mannschaft verlor gegen Kamerun Darmstadt 3:5 und klebt fortan ohne Saisondreier im unteren Drittel der Kreisliga C fest.