Darmstädter Echo, 04. September 2010 | Von michael Sobota
Frauenfußball: Trainer Rosenfelder sieht sein Team gerüstet - Heimspiel gegen Würzburg
Saisonstart für die Fußballerinnen von Germania Pfungstadt. Die Mannschaft von Widad Naji (rechts) bestreitet am Sonntag ihr erstes Heimspiel in der Regionalliga gegen ETSV Würzburg. Foto: Thomas raaf
Am Sonntag beginnt für die Fußballerinnen von Germania Pfungstadt mit dem Heimspiel gegen den ETSV Würzburg (14 Uhr) eine neue Zeitrechnung. Die in die Regionalliga aufgestiegene Mannschaft von Trainer Heiko Rosenfelder muss beweisen, für die dritthöchste deutsche Frauenliga spielerisch und organisatorisch gewappnet zu sein.
Erschwerend kommt hinzu: Die Regionalliga Süd gilt unter Kennern als die stärkste der fünf Regionalligen, die der Deutsche Fussball Bund (DFB) verwaltet. Und von den elf Teams aus Hessen, Bayern und Baden-Württemberg müssen vier wieder absteigen.
Heiko Rosenfelder spricht von einem »Abenteuer«, gibt sich aber auch optimistisch: »Wir hatten eine gute Vorbereitung und haben uns punktuell verstärkt. Der Kader ist zusammen geblieben und hatte bereits vergangene Saison das Niveau für eine Spitzenmannschaft. Deshalb glaube ich, dass wir eine gute Chance haben, die Klasse zu halten.«
In punkto Verstärkungen hofft Rosenfelder zum einen darauf, mit dem Zugang von Romina Kunze die Torfrau-Frage geklärt zu haben. Hinzu kommt Aylin Karadag (Rosenfelder: »eine klassische Knipserin«), die die Treffermisere in Pfungstadt beheben soll. Beide Spielerinnen kamen vom FFC Frankfurt II und haben Erfahrungen in der zweiten Bundesliga gesammelt. Sollte auch noch Vanessa Kempf, die aus der eigenen Jugend kommt, so spielen wie in der Vorbereitung, in der sich die Siebzehnjährige einen Stammplatz gesichert hat, sieht Rosenfelder sein Team gerüstet. Altgediente Spielerinnen wie Silke Reichel und Kristin Liesche sind in die zweite Mannschaft in die Verbandsliga gewechselt, so dass damit einher eine Verjüngung des ersten Teams ging.
Sportlich scheinen die Pfungstädterinnen also gerüstet. Stellt sich die Frage nach der Organisation und Finanzierung. Aus Sicht von Germanias neuem Pressesprecher Dieter Ehrhardt, selbst einige Jahre Abteilungsleiter der Frauen, hat sich nicht viel geändert: »Die Sponsoren haben keine zusätzlichen Mittel bereitgestellt. Wir müssen also nach wie vor mit dem auskommen, was wir bislang hatten. Einzig die Fahrtkostenzuschüsse der Stadt Pfungstadt werden sich durch die zum Teil längeren Reisen erhöhen«. Zu dem erhalten einzelne Spielerinnen eine Aufwandsentschädigung von der Abteilung, die auf sich selbst gestellt ist. »Vom Hauptverein ist wie aus der Vergangenheit bekannt nur wenig zu erwarten. Wir stemmen die ganze Sache alleine und hoffen, dass alles klappt«, sagt Ehrhardt.
Selbst in Anbetracht der beachtlichen Entwicklung der Frauenfußballerinnen bleiben die Rahmenbedingungen bescheiden. Allerdings ist das für die Funktionsträger kein Grund zur Klage. Im Gegenteil: sie wollen in die Offensive gehen und den Kontakt mit den Vereinen im Umfeld ausbauen. Dazu sollen zu den Ligaspielen Mädchenteams eingeladen werden, die vor dem Anpfiff mit den Regionalliga-Mannschaften aufs Spielfeld laufen. Auch aktive Frauenmannschaften sollen eingeladen werden, um das eigene Bild aufzupolieren. Ideen gibt es also einige in Pfungstadt, die aber erst umgesetzt sein wollen.
Zum Start am Sonntag trifft das Germania-Team auf den ETSV Würzburg, keine Übermannschaft und wie die Germania ein Aufsteiger. Die Gäste sind mit einem 1:1 gegen den SV Weinsberg gestartet. Das Minimalziel der Bayern wird daher erneut ein Remis sein. Die Pfungstädterinnen wollen von Anfang an selbst die Akzente setzen und das Spiel diktieren - für einen möglichst erfolgreichen Start in das Abenteuer Fußball-Regionalliga.
Abenteuer Regionalliga (Pfungstädter Woche, 02.09.2010)
Pfungstadt (ps) - Am Sonntag (5.) um 14 Uhr beginnt für die Fußballerinnen des RSV Germania Pfungstadt das Abenteuer Regionalliga beim ersten Heimspiel am „Grünen Steg“. Seit acht Wochen steht die Mannschaft im Training und hat sich vorbereitet. Denn im Gegensatz zu dem baden-württembergischen Aufsteiger SC Freiburg II, der durch sein Bundesligateam und dem ETSV Würzburg, der früher als TSV Uengershausen (2001 - 2002) schon in diesen Ligenregionen Erfahrungen sammeln durften,sind die Pfungstädterinnen echte Neulinge in der dritthöchsten Spielklasse. Pfungstadt blickt zwar auch schon auf eine fast vierzigjährige Tradition zurück, doch Regionalliga zu spielen, das hat in der Region Darmstadt bisher noch keiner geschafft.
Die Mannschaft wurde punktuell verstärkt: Mit Romina Kunze (Tor) und Aylin Karadag (Angriff) ist ein guter Wurf gelungen. Dazu kamen noch Perspektivspielerinnen, wie die aus der eigenen U16 kommende Vanessa Kempf, die in der Vorbereitung sofort den Sprung in die erste Mannschaft gepackt hat, sowie die letztjährige Spielführerin der U16, Berna Karakas, die ebenfalls gutes Potential besitzt und sich sicher mit der Zeit Hoffnung auf Einsätze machen kann. Genauso ist es mit den jungen und sehr talentierten Neuzugängen Gritt Bröning und Patrizia Seitz: erstere kommt aus der U16 von SKG Ober-Beerbach und musste quasi den Schritt in die höhere Liga machen, Patricia Seitz machte eine eineinhalbjährige Fußballpause. Zuvor war sie bei der Germania in der U16 Hessenliga aktiv und wechselte dann zu 1899 Hoffenheim. Hinzu kamen noch Marie Ebert (SV RW Merl) und Claudia Alfes (Alemannia Aachen). Im ersten Spiel stellt sich der souveräne Meister der Bayernliga, ETSV Würzburg, am Grünen Steg vor. Die Gäste starteten bereits eine Woche vor der Germania in die Saison mit einem 1:1 gegen den letztjährigen Tabellenzweiten, SV Weinberg. Die Pfungstädterinnen waren am ersten Spieltag spielfrei. Im dritten Spiel der aktuellen Verbandsligarunde setzte sich die zweite Mannschaft gegen den FCA Darmstadt durch drei Tore von Stefanie Löhr 3:0 (2:0) durch. Die weiteren Ergebnisse: U16 SV Gläserzell I - Germania Pfungstadt 4:0 (2:0), U16 Germania Pfungstadt - Eintracht Wetzlar 0:6 (0:2), U12 Germania Pfungstadt - Starkenb. Heppenheim 2:5, U14 Germania Pfungstadt - JSG Nieder/Ramstadt/Roßdorf 15:0 (8:0).
Am Wochenende hat nur das erste Frauenteam Heimrecht. Am Mittwoch (8.) geht es dann zum Regionalpokal-Viertelfinale zur SG Winterkasen/Reichenbach.

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