Zum Saisonstart gegen die Gäste von Kickers Offenbach hatten sich unsere Mädels der 1B einiges vorgenommen. Dementsprechend offensiv eingestellt gingen unsere Mädels zu Werke.
Leider konnten wir hier die ersten Chancen nicht nutzen, Joelle scheiterte jeweils noch knapp. Nach einem Eckball gingen wir dann aber verdient in der 9. Spielminute in Führung, Nadine Hiller musste den Ball nur noch aus kurzer Distanz über die Linie drücken. Offenbach konnte aber im Gegenzug zum 1:1 in der 13. Minute egalisieren, Nancy Orhan, die Torschützin war beim Ausgleich allerdings 3 Meter im Abseits!
Bereits in der 18. Minute ging das muntere Toreschießen weiter, Doris Piotter köpfte nach einer Flanke von Alina zum 2:1 ein. Durch individuelle Fehler luden wir aber immer wieder Kickers Offenbach zu Gegenangriffen ein.
Als Katrin Richter in der 37. Minute nach einem tollen Zuspiel das 3:1 markierte, dachten viele einen ruhigen Fußballnachmittag zu erleben. Aber genau das Gegenteil passierte.
Immer wieder brachten wir die nie aufgebenden Gäste vom Main ins Spiel, so auch in der 41. Minute als Vargas zum 2:3 Halbzeitstand aus Offenbacher Sicht verkürzte.
In der Halbzeitpause ermahnte unser Trainer noch einmal eindringlich all unsere Spielerinnen zum einfachen, sicheren Spiel. Der Ball sollte mehr in den eigenen Reihen laufen. Doch was dann unsere Zuschauer zu sehen bekamen war schlicht weg bescheiden, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Individuelle Fehler reihten sich wie eine Perlenkette aneinander...einmal konnten wir einen einfachen Ball nicht richtig verarbeiten, prompt fällt in der 50. Minute das 3:3.
Das 4:3 durch Katrin war noch einmal ein kleiner Lichtblick, doch ohne Not, statt den Ball sicher zur Mitspielerin zu spielen, geht man (Frau) ein Dribbling ein, welches natürlich keine 2 Minuten später das 4:4 bedeutete.
Anspruch und Wirklichkeit....das sollten sich einige Spielerinnen mal hinterfragen... wenn einfache Bälle aus 5 Metern nicht ankommen, wenn man beim Eckball den Kopfball verweigert, wenn man sich nicht quälen will beim Fußballspielen, dann reicht es eben auch nicht zu einem Sieg, bzw. zu einem Erfolg. 3 der 6 Offenbacher Tore haben wir selbst gemacht.
Die Offenbacher Mädels waren sicherlich fußballerisch nicht besser als wir, Sie haben aber im Gegensatz zu uns alle 120% bei dieser Hitze abgerufen. Jede einzelne Spielerin von Offenbach ist über die Schmerzgrenze gegangen, hat Gras gefressen, fast sogar gekotzt, sind um ihr Leben gerannt, waren eine geschlossene Mannschaft.
Und deswegen geht der Sieg der Offenbacher Kickers auch vollkommen in Ordnung.
Fazit: Es gibt noch einiges zu tun, die Saison ist lang und wir werden sicherlich auch bald wieder besser Spiele unserer 1B sehen. Anschauungsunterricht gab es ja beim anschließenden Spiel unserer 1C gegen Winterkasten, die schön gezeigt hat, wie man als Mannschaft zusammen spielen sollte!
Tore: Katrin Richter (2), Nadine Hiller, Doris Piotter
Es spielten: Romina Kunze, Cornelia Jegler, Nadine Hiller (Aylin Karadag), Ines Graubner, Marlies Kolodziey (Eva Diehl), Ayse Fornoff, Doris Piotter, Alina Wolf, Katrin Richter, Joelle Sadien, Sabrina Kral
von www.ofc-frauenfussball.de
ROT-WEISSE BRAVEHEARTS TROTZEN HITZE UND PFUNGSTADT
Verdienter Auftaktsieg - Nicht zu brechende Moral - Orhan und Krüger mit Doppelpack
(lk) - Gnadenlos schickte der Fixstern seine Hitze auf den Pfungstädter Rasen. Unwillkürlich wurde man an Uwe Seelers Worte zur WM ´70 in Mexiko erinnert: "Bei dieser Hitze mußten wir beißen, ja, beißen mußt du da!" Und heute mußten unsere Frauen beißen. Unerträglich beinahe dieses erste Zucken dieser bisherigen Farce eines Sommers, nur am Rande stehend, diese erste Fußlümmelei unserer Frauen auf Verbandsligaebene zu beobachten. Welch heldenhafte Leistung und Einstellung aller Spielerinnen auf dem Feld. Unserer und derer Germanias. Und diese Germania war schon eine gewaltige Hausnummer, der sich unsere Mädels heute zu erwehren hatten. Als Zwote eines Regionalliga-Teams (3. Liga bei den Frauen) ist ohnehin von einer gehobenen Grundqualität auszugehen. Letzte Saison Tabellenvierter, somit im äußerst respektablen Tabellenbereich. Die Spielfreiheit der Ersten bescherte uns zudem heute eine "gepimpte" Zwote. Die Torfrau und vier Feldspielerinnen tummeln sich gewöhnlich zwei Ligen höher. Ein Umstand, mit dem wir seit Jahren gegen zweite Teams leben müssen, der uns allerdings keineswegs stört. Vielmehr betrachten wir es als Ehre und Anerkennung, wenn Gegner derart verfahren. Schließlich wollen wir uns immer, egal ob Sieg oder Niederlage, mit den Besten messen. Nur so kann eine Entwicklung stattfinden...
Legendär! Dieses Wort wird in die Annalen eingehen für diesen Kick. Eine legendäre Hitzeschlacht erlebten heute alle Anwesenden. Das erste Verbandsligaspiel der Lady-Kickers, mal wieder Aufsteiger in eine neue Liga. Eine neue Liga, in der noch besser Fußball gespielt wird, Fehler noch schneller und gnadenloser bestraft werden. Die einfach abgezockter ist, als alles bisherige. Welche Herausforderung für unsere Bravehearts, die doch in nicht geringer Zahl vor zwei Jahren noch in der Kreisoberliga kickten. Nehmen wir mal als Beispiel unsere Dr. Laura, Laura Vornhagen, Medizinstudentin, vor gut vier Jahren begann sie als Hobbyspielerin beim OFC, sporadisch mal hier, mal da eingesetzt, nimmt sie seit drei Jahren eine atemberaubende Entwicklung, deren vorläufige Zwischenstation eine blitzsaubere Leistung in ihrem ersten Verbandsligaspiel ist, zudem kurz vor ihrem 100. Einsatz für den OFC stehend. Beispiele, die Freude machen. Freude machten heute allerdings alle rot-weißen Heldinnen auf dem Pfungstädter Feld der Ehre. Eine exorbitante Teamleistung war heute zu beobachten. Anders wäre die Germania auch nicht zu bezwingen gewesen. Man mag eigentlich keine Spielerin hervorheben, aber Deikas Lauf- und Spielleistung war überragend, Kaiserin Romi leistete nach ihrer Einwechslung Außergewöhnliches, Hammer-Nancy scheint die Kapitänswürde Flügel zu verleihen und Bomber-Lauras Werte bedürfen keiner expliziten Erläuterung...
Zwei Tore, drei Assists, es gab schon weniger spektakuläre Ligadebüts bei den Lady-Kickers, als das von Laura Krüger am heutigen Tag. Flankengöttin Annes Ecke nach kurzem Scharmützel zentral strafraumig zum 3:3 eingenetzt, packte sie nach 83 Minuten ein gänsehautiges Traumtor aus. Knapp 35 Meter zum Tor schmetterte sie einen Heber zum 4:6 (83.) über die chancenlose Romina Kunze im GP-Kasten ins Fritzchen, daß es den mediendirektoralen Laufburschen schlicht sprachlos begeistert, mit Anflügen von Augen-Pipi zu Boden riß, was grasgrüne Flecken auf dem Beinkleid zur Folge hatte. Einen Doppelpack netzte heute auch Hammer-Nancy ein. Einen abgewehrten Krüger-Schuß staubte sie gedankenschnell zum 1:1 ab und folterte dann nach 76 Minuten den gesamten OFC-Anhang. Nach einem weiten Schlag von Kaiserin Romi, Weiterleiten von Bomber-Laura überspitzelte sie geschickt die herausgeeilte Torfrau, strebte dem leeren Tor zu, legte sich als kleinen Nervenstreß für den geneigten Troß noch die Hulla auf den starken linken Huf, bevor sie genußvoll einschob zur Vorentscheidung - 4:5 (76.). Zwei Doppelpacks, vier Tore, fehlen noch zwei...
Mausetot schienen unsere Frauen nach dem 3:1 durch Alina Wolf in der 36. Minute. Zielstrebig und gefährlich rollten die Pfungstädter Angriffe auf Katze Jasmins Hütte. Abstimmungs-, Zuordnungs- und Konzentrationsfehler sorgten neben gekonnter Chancenverwertung der Pfungstädterinnen für diesen klaren Rückstand. Einen Rückstand, der gerade bei dieser extremen Hitze im Grunde einer feststehenden Niederlage gleichkommt. Nicht bei unseren rot-weißen Bravehearts. Aufgeben ist nicht der Offenbacherin Sache. Und nach abgeblocktem Schuß von Monsta-Meli Gerasch wurschtelte sich Fuddel-Queen Deikinha durch den Strafraum, scheiterte zunächst an Kunze, um dann den zweiten Ball zum 2:3 abzustauben. "Never give up! Allways believe in the second chance!" Ein Küchenreim voller Wahrheit. War dieses 2:3 ein moralischer Weckruf für unsere Mädels, dann war Kaiserin Romis Fußballdemonstration ein Befreiungsschlag. Wenn du, bei bereits erwähnter Hitze, nach 73 Minuten das 3:4 bekommst, ist das Spiel eigentlich durch. Das Foul an Bomber-Laura, circa 25 Meter zentral vor der Hütte muß sich Pfungstadts Defensive als Fehler ankreiden lassen. Fehler deshalb, weil es die Entfernung für Keßlers Romina ist. Berufsbedingt zur zweiten Hälfte einsatzbereit, ordnete sie nach ihrer Einwechslung schon beruhigend die Defensive, um ihrer starken Vorstellung mit diesem Freistoß das Sahnehäubchen aufzusetzen. "Romi, das ist dein Ding!", ahnte der Laufbursche schon das Folgende. Zu oft erlebte er dieses Zelebrieren eines Freistoßes von der Nummer 10, wie es ansonsten nur die ganz Großen des Fußballs in dieser Beständigkeit beherrschen. Nicht ein Blatt Papier hätte mehr zwischen Fritzchen und Ball gepasst, als Romi unhaltbar für ihre Namensvetterin im Germania-Kasten zum überlebensnotwendigen Ausgleich einschweißte. Selbst eine Hope Solo hätte bei diesem Schuß nur Chancenlosigkeit reklamieren können...
Eine legendäre Hitzeschlacht erlebten wir heute, mit unseren Frauen als schließlich doch verdienten Siegerinnen. Heavy-Kathas 14-Meter-Schrumme nach Weisbrich-Ecke geriet zum "Wembley-Tor" (61.), allerdings diesmal ohne Anerkennung, was nachvollziehbar war. Pfungstadts Marie Joelle Sadien traf das Lattenkreuz, Katze Jasmin mußte wiederholt glänzend eingreifen, am Ende war es aber ein Sieg des (wohl) größeren Willens unserer Mädels. Des ersten Sieges im ersten Spiel in der Verbandsliga. Traumhaft, aber nicht die Realitäten vernebelnd. Noch 10-11 Siege benötigen wir für den Klassenerhalt. Und obendrein vielleicht mal eine Einheit in Regelkunde. Zumindest für unsere Flanken-Göttin Anne. Nach Freistoßentscheidung zu unseren Gunsten zeigte der überzeugende und fehlerfreie Schiri Klewer (Leeheim) deutlich sichtbar auf seine Pfeife als Zeichen, daß er den Freistoß per Pfiff freigeben wird. Obendrein vom Laufburschen auf diesen Umstand hingewiesen, schien Uns-Anne in feinster Pippi Langstrumpf - Tradition die (Fußball) Welt so zu gestalten, "wiedewiesieihrgefällt" und führte den Freistoß mal eben vor dem Pfiff des Unparteiischen aus, was neben der Freistoßwiederholung eine Gelbe Karte für Anne einbrachte. Eine lustige Anekdote nur, aber der Erwähnung wert...
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